Kategorie-Archiv: Antifa

Die Stadt gehört uns!

Am Sonntag (13.12.) will ein PEGIDA Ableger nun auch in Aachen hetzen. Doch das Aachen ein schlechtes Pflaster für Rassisten ist, dürfte den Anmeldern schon jetzt deutlich geworden sein. Denn schon kurz nach dem Bekanntwerden des Gerüchtes, dass PEGIDA kommt, meldeten viele  verschiedene Gruppen Kundgebungen im gesamten Stadtgebiet an, um so möglichst breit die Bevölkerung über die rechten Hetzer aufzuklären.

So blieb der Polizei nichts anderes übrig, als die Rassisten auf den Vorplatz des Tivoli zu verlegen, wo neben einem leeren Stadion (Welches rassistische Sprüche zur Genüge kennt) das ebenfalls leere Finanzamt wohl weniger Attraktiv sein dürfte. Zwar haben die Rassisten vor auch noch eine Demonstration in die Stadt durchzuführen, jedoch wird dies ein schwieriges Unternehmen. Denn das Bündnis Antirassistische Offensive, welches schon jetzt die Stadt blockiert, wird sich den Rassisten in den Weg stellen.

Selbst die Presse reagierte äußerst Positiv auf die friedlichen und vor allem pfiffigen Aktionen des Bündnisses. “Die Linken waren schlauer” schreibt die Aachener Nachrichten und die Aachener Zeitung titelt “Geschickte Taktik verbaut Pegida die Innenstadt”. Vielleicht wäre die beste Idee von PEGIDA erst gar nicht mehr zu kommen. Widersprechen muss man aber dem Polizeipräsidenten, der laut Aachener Zeitung sagte: “Die Gegner werden da sein wollen, wo die Musik spielt. Man will dem Gegenüber ja auch sagen, was man davon hält.” In diesem Satz klingt das alte Lied mit, Links gegen Rechts und alles beim Alten. Nein wir wollen nicht einfach nur gegen eine unliebsame Meinung aufstehen, wir wollen klar machen, dass Rassismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen. Denn wozu führt Rassismus? Die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte hat dramatisch zugenommen, die Körperverletzungen gegen vermeintliche Flüchtlinge und Muslime ebenfalls, Dass ist die logische Konsequenz des von Gruppen wie PEGIDA verbreiteten Rassismus. Zudem stellt der Rassismus von PEGIDA einen Bruch mit dem Grundgesetz dar, denn dieses Grundgesetz wurde im Geiste erschaffen, dass nie wieder Faschismus und Rassismus auf deutschem Boden möglich sein soll, dazu gehört auch, dass derjenige seine Rechte verwirkt der das friedliche Zusammenleben der Völker schädigt. Aber was genau macht PEGIDA?

Zudem gehen wir auf die Straße, weil wir zeigen wollen, dass PEGIDA uns spaltet und damit schwächt. Denn wir und alle hilfesuchenden dieser Welt haben ein gemeinsames Interesse und einen gemeinsamen Ausbeuter. Man muss nur ein paar kurze Fragen stellen.

Wer verursacht den Krieg im Nahen Osten?
Wer verhilft westlichen Unternehmen zu großer Macht in z.B. Afrika? So dass sie die Bevölkerung zwingen zu Dumpinglöhnen zu arbeiten, gleichzeitig aber teurere Westimporte zu kaufen? Was dann zur Armut und damit auch zur Flucht führt.
Wer hat die Hartz IV Gesetze verabschiedet und damit tausende in ein menschenunwürdiges Leben geschickt?
Wer erhöht die Arbeitszeit und senkt die Löhne, so das ein gutes Leben nicht mehr möglich ist?

Die Antwort ist leicht, es ist immer noch das kapitalistische System und die von ihm profitierenden Banken und Konzerne.
Auch deshalb gehen wir gegen unsere Feinde am Sonntag auf die Straße, denn indem sie uns spalten, nehmen sie uns unsere Stärke und beweisen damit einmal mehr, dass sie die Kettenhunde des Kapitals sind.

Darum kommt alle am Sonntag ab 10 Uhr zum Westbahnhof und lasst uns PEGIDA endgültig die Suppe versalzen!

Faschistische Aufmärsche am 1. Mai verbieten! Sofort!

Der 1. Mai in Deutschland. Die Medien berichten lang und breit über gewaltbereite Linke in Berlin und Hamburg und nebenbei wird uns auch erzählt, dass es wieder viele Demonstrationen der Gewerkschaft gegeben hat und wenn es hoch kommt, dann wird auch gesagt, dass dem Aufruf der Gewerkschaft hunderttausende Menschen gefolgt sind.

Der wahre Skandal aber wird fast nur als Randnotiz vermerkt. Faschisten dürfen am Kampftag der Arbeiterklasse auf die Straße gehen. Na und, wird jetzt der ein oder andere sagen, in der Demokratie darf das nun mal jeder. Doch Faschisten sind nicht jeder. Der deutsche Faschismus hatte am 2. Mai 1933 die Gebäude der Gewerkschaft gestürmt und viele Genossen kamen in die Zuchthäuser und Konzentrationslager. Tausende wurden gefoltert und ermordet. Mit der Zerschlagung der Gewerkschaften wurden endgültig die Rechte der Arbeiterklasse zerbrochen. Anstatt eines Betriebsrates übernahmen nun die Konzernchefs selbst die Kontrolle über den Betrieb, die Arbeitslosenunterstützung wurde gesenkt und mit dem Reichsarbeitsdienst ein Zwangsdienst eingeführt, der den Unternehmen schon früh und noch vor den Zwangsarbeitern billige Arbeitskräfte sicherte.
Aber wir brauchen gar nicht nur in die Vergangenheit schauen. In der Ukraine wo Faschisten mit in der Regierung sitzen und zu den „Revolutionstruppen“ gehören, waren ihre ersten Aktionen Kommunisten und Gewerkschafter zu verfolgen und zu ermorden. Die Gräueltaten in Odessa zeigten erneut, dass die Faschisten im Interesse des Kapitals die Vertreter der Arbeiterklasse beseitigen.
Und an unserem Kampftag, da darf die NPD in Mönchengladbach demonstrieren, die RECHTE und ProNRW im Ruhrgebiet. In Weimar greifen Faschisten sogar die Maidemonstration der Gewerkschaft an und in Bayern wird am Abend vor dem 1. Mai das Auto einer Familie demoliert, welche sich seit Jahren antifaschistisch engagiert. Hier zeigen die Faschisten welche Rolle sie im Kapitalismus haben. Sie sollen uns zum einen spalten zwischen „deutschen“ und „ausländischen“ Arbeitern und zum anderen sollen sie uns durch Terror und Einschüchterungen von unserem Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung abbringen. Verängstigt sollen wir zu Hause sitzen bleiben und nicht mehr an Demonstrationen der Gewerkschaft teilnehmen.

Aus diesem Grund ist es nicht normal, dass Faschisten unter dem Schutz der Polizei an unserem Kampftag demonstrieren dürfen, es ist nicht normal, dass Faschisten Terror sähen und Ministerpräsidentin Kraft sich nicht zu blöde ist am 1. Mai die mehr als zweifelhafte Extremismustheorie auszugraben. Es muss endlich in der Gesellschaft verankert werden, dass Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist und dass alle faschistischen Parteien und Organisationen verboten gehören. Bis dahin gilt es endlich ein Aufmarsch Verbot für alle Faschisten am 1. Mai zu verhängen, denn es ist nicht einzusehen, dass rechte Banden die Mörder unserer Kollegen und Genossen feiern können an unserem Tag.

Wir fordern:
Das Verbot aller faschistischen Organisationen und Parteien
Ein Aufmarschverbot für Faschisten am 1. Mai
Schluss mit der Extremismustheorie

DÜGIDA Stoppen! Fast geschafft!

Seit Wochen werden die Düsseldorfer durch die rassistische DÜGIDA “Bewegung” in ihrer Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt. Lediglich durch das gewaltige Polizeikontingent kann an jedem Montag die Demonstration der nunmehr knapp 40 Rassisten durchgesetzt werden.

Doch verschiedene Gruppen versuchen unermüdlich den Aufmarsch der Rassisten zu stoppen. Auch die SDAJ Aachen unterstützte nun schon zum dritten Mal die Antifaschisten in Düsseldorf dabei. Denn für uns endet der Antifaschismus nicht nur an den eigenen Stadtgrenzen oder gilt nur für “Großevents”. Während die Polizei bisher die Demonstrationen von DÜGIDA immer durchprügeln konnte, musste sie diesmal eine erste Niederlage erleben. Rund 25 – 30 Antifaschisten schafften es auf die Strecke der Rassisten zu kommen und eine friedliche Sitzblockade zu errichten. Während die Polizei beim ersten Räumungsversuch noch sichtbar Gewalt anwendete (Ein Demonstrant wurde durch Polizeikräfte vor die Füße der Rassisten geworfen, so dass diese den wehrlosen abfotografieren konnten und er Glück hatte, dass die selbst verwunderten Rassisten nicht zutraten.), sorgte die eintreffende Presse und Passanten dafür, dass es zu keiner weiteren Gewalt kam.

Zwar konnte die Blockade den Aufmarsch der Rechten nicht stoppen, aber er Zwang die Rassisten auf dem Bürgersteig zu gehen, was ihre blamable Vorstellung noch mehr manifestierte. Dieser kleine Erfolg dürfte allen Gegnern von DÜGIDA Mut machen noch entschlossener zu versuchen den Aufmarsch endlich zu stoppen. Denn eines ist sicher, je unangenehmer der Aufmarsch für die Rassisten wird, desto eher werden sie endlich aufgeben.

Auf unsere Solidarität können sich die Düsseldorfer dabei verlassen!

SDAJ ist Teil des 8. Mai Komitees

Am 9. März trafen sich verschiedene Gruppen aus Aachen, um gemeinsam zu beraten wie man am Besten den 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus angehen kann.

Dabei gingen alle davon aus, dass es gerade heute wichtig ist aufzuzeigen, dass Deutschland 1945 von der Anti-Hitler-Koalition befreit wurde. Besonders die Massenmedien versuchen in den letzten Jahren verstärkt die Rolle des deutschen Faschismus zu relativieren, hierzu werden die Vertriebenen in den Mittelpunkt gestellt und die Rolle des deutschen Kapitals vollkommen verschwiegen. Kein Wort darüber das große Konzerne und Banken sich am Elend der KZ-Häftlinge und der Menschen der überfallenen Länder bereichert haben. Kein Wort darüber, dass nach 1945 viele faschistische Verbrecher sofort wieder in der BRD Karriere machen konnten. Auch die Konzerne wurden bis zum heutigen Tag, wenn überhaupt zu lächerlichen Schadenszahlungen verurteilt.

Das 8. Mai Komitee soll dementsprechend nicht nur über die geschichtliche Seite des 70. Jahrestages informieren, sondern besonders auch den Bezug zu heute herstellen. Welche Rückschlüsse der Geschichte können wir benutzen bei der Betrachtung der Ukraine Krise? Was sagt es uns, wenn ein SPD Minister mit ukrainischen Faschisten posiert? Welche Rolle spielen PEGIDA und Co. bei der Spaltung der Gesellschaft.

Es gibt viel zu tun für das 8. Mai Komitee, wir von der SDAJ freuen uns auf die Herausforderung und die (hoffentlich) vielen Diskussionen auf der Straße, vor den Betrieben und Schulen.

Vor 70 Jahren: Die Rote Armee befreit Auschwitz

СпасибоAm heutigen Jahrestag der Befreiung Auschwitz durch die Rote Armee gedachten rund 20 Aachener dieses Tages am ehemaligen Wohnhaus von Anne Frank, die selbst nach Auschwitz deportiert worden war.

Die Linksjugend solid hatte zu diesem Gedenken eingeladen und wir von der SDAJ waren dieser Einladung gerne gefolgt. Gerade in einer Zeit wo Krieg wieder zur Normalität werden soll, wo rassistische Ressentiments geschürt und Hass gegen andere wieder offen auf die Straße gebracht wird, ist es wichtiger denn je aufzuzeigen, dass Faschismus und Rassismus keine normale Meinung ist.

Das dabei nur rund 20 Menschen an diesen Tag gedachten zeigt aber auch, dass es immer wichtiger wird den Menschen zu zeigen, dass Antifaschismus nicht eine linke “Subkultur” ist, sondern ein Anliegen das uns alle angeht. Denn wem nützt es die Menschen zu spalten? Wenn wir gegen die bösen “Islamisten” schreien oder angst vor den “vielen” Flüchtlingen haben, dann wird unser Blick dafür getrübt, dass jene die die Menschen zu fanatischen Banden treiben, jene die die Menschen in Armut und Krieg treiben und damit zur Flucht, die Selben sind die uns immer härtere Arbeitsbedingungen aufzwingen und unsere Löhne drücken, so dass sie kaum noch zum Leben reichen.

Nehmen wir die Lehre von Auschwitz ernst und lassen wir uns nicht noch einmal zu Faschismus, Rassismus und Krieg verführen. Kämpfen wir gemeinsam für eine Welt ohne Krieg und Ausbeutung. Entziehen wir den Fanatikern ihre Anknüpfungspunkte in der Jugend. Nur so ist eine andere Welt möglich.

Und ewig jammert die Palme

Wer kennt es nicht. Man macht den Briefkasten auf und man findet nichts weiter als Werbemüll. Doch manchmal ist dies nicht genug, dann findet man auch noch braunen Werbemüll. So verärgerte die rassistische Partei Pro NRW am heutigen Montag einige BürgerInnen mit ihrem Geschmiere. Unter der vollmundigen Überschrift, “Skandal im Rathaus – Bürger begehren auf” versucht die Splitterpartei erneut sich als Stimme des einfachen Mann´s zu präsentieren. Leider schafft es das Pamphlet höchstens einem ein Grinsen auf die Lippen zu zaubern.

So jammert der Autor, dass bei der Vereidigung des neuen Ratsherren von Pro NRW die anderen Stadträte sich nicht erhoben haben und das er von einem Runden Tisch wieder ausgeladen wurde. In guter Rassistenmanier schließt man daraus, dass “der neue Ratsherr nicht zum Establishment gehört,…”. Doch es geht nicht darum, dass ein Politiker unangenehm ist, sondern das er einer rassistischen Partei angehört. Wer seine Zusammenarbeit mit Rassisten verweigert, ist nicht intolerant, sondern konsequent.

Gestern mittendrin zwischen Neonazis und Hooligans: Dominik Roeseler, Funktionär von ‪Pro NRW

Gestern mittendrin zwischen Neonazis und Hooligans: Dominik Roeseler, Funktionär von ‪Pro NRW

Pro NRW selbst präsentiert sich gerne als Bürgerbewegung, die fern von jedem Extremismus steht. So kann man auch auf besagtem Flugblatt lesen “Bürger unterschiedlicher Schichten und Herkunft haben sich politisch zusammengefunden, um unsere demokratische Kultur vor Extremisten jeglicher Schattierung zu bewahren…”. Was hier nett klingt, wird schnell widerlegt und dafür muss man nur einen Tag zurückblicken. Denn am Sonntag “demonstrierten” rund 4000 Hooligans gegen Salafismus. Maßgeblich unterstützt von Mitgliedern von Pro NRW. Bei dieser Veranstaltung griffen die “Schützer unserer demokratischen Kultur” wahllos Menschen an, zerstörten Einsatzwagen der Polizei, demolierten Geschäfte, versuchten eine angemeldete Kundgebung anzugreifen usw. usf. Neben diesen gewalttätigen Aktionen, skandierten immer wieder alle gemeinsam “Ausländer raus”, “Deutschland den Deutschen” und ähnliche “demokratische” Sprüche. Und genau diese Politik vertritt auch die Aachener Partei, schlicht ihre Bedeutungslosigkeit verhindert größere Aktionen. Das Politiker sich weigern für solche Menschen aufzustehen und man auch eine Zusammenarbeit verneint, ist nicht nur verständlich, sondern bitter nötig, zeigt der Ratssitz für Pro NRW nämlich, dass auch in Aachen Platz für Rassismus ist.

Jörg Uckermann, stellv. Vorsitzender Pro NRW gestern in Köln zwischen Hooligans und Faschisten. So sieht die Demokratie von Pro NRW aus!

Jörg Uckermann, stellv. Vorsitzender Pro NRW gestern in Köln zwischen Hooligans und Faschisten. So sieht die Demokratie von Pro NRW aus!

Dieser zu bekämpfen ist unser aller Pflicht, da Rassismus uns trennt und schwächt. Mit leeren Parolen und Scheinskandalen sollen wir abgelenkt werden von Jenen, die uns wirklich Tag täglich auf unserem Arbeitsplatz ausbeuten.

Pro NRW verteidigt alles, nur nicht eine demokratische Kultur, verweisen wir sie also dorthin, wo sie hingehören. Ein guter Anfang ist der Mülleimer für jene jämmerlichen Flugblätter der Heulsusen Partei.

“Ohne Wähler geht ihr heut nach Haus”

Rund 250 Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am gestriegen Nachmittag auf dem Willy-Brandt-Platz in Aachen um ProNRW Contra zu geben. Durch den lautstarken Protest wurde deren Wahlpropaganda massiv gestört. Das Auftreten der Pro´ler war vollkommen lächerlich, sie liefen von ihrem Transporter aus in ihren “Käfig”.  Mit ihren Deutschlandfähnchen positionierten sie sich dann, um die beiden Hauptredner zu unterstützen, welche eine sehr verdrehte Wahrnehmung in ihren Reden vertraten. So wurden z.B die antifaschistischen GegnerInnen kurzerhand als Faschisten bezeichnet. Tatsächlich hielten die Pro´ler 2 Stunden lang in ihrem Gehege aus, beschwerten sich jedoch über Kopfschmerzen auf Grund der Lautstärke die sie schon den ganzenTag wärend ihrer Wahltour aushalten mussten. Nach einer ernüchternden Kundgebung für ProNRW mussten sie unter verspottenden Rufen wie “Ohne Wähler geht ihr heut nach Haus” ihre Sachen zusammen packen und wieder in ihren Transporter steigen, da ihr Auslauf für diesen Tag nun endete.

Die Polizeiführung hinterließ erneut einen zweifelhaften Eindruck bei den Gegendemonstranten. Erstens wurde eine friedliche Blockade aufgelöst und die Daten der Blockierer widerrechtlich erfasst, zweitens wurden die GegendemonstrantInnen z.T. durchgehend von der Polizei gefilmt und fotografiert.  Aber dieses mehr als übertriebene Verhalten seitens der Polizei ist man ja schon gewöhnt. Alles in Allem kann man sagen das ProNRW keinen netten Aufenthalt in Aachen hatte.

“Friedensfreunde” werden aggressiv

An vielen Stellen hat man schon von ihnen gehört. Den sogenannten Friedensdemonstrationen 2014. Diese haben nun auch in Aachen eine neue Anlaufstelle gefunden und jeden Montag kommen die “Friedensfreunde” zusammen, um ihre Form von Friedenspolitik zu präsentieren.

Grund genug für die SDAJ Aachen sich selbst ein Bild zu machen und dann zu entscheiden womit man es eigentlich zu tun hat bei diesen Friedensdemos. Mit einer Information des Bundesvorstandes der SDAJ (Link) besuchten wir die Veranstaltung. Da unsere Information sich kritisch mit den Urhebern dieser Friedensdemos auseinandersetzt, folgte die Konfrontation sehr schnell. Mehrere TeilnehmerInnen bedrängten ein Mitglied der SDAJ. Unter dem Vorwand diskutieren zu wohlen, brüllten sie jedoch nur hysterisch herum. Ein anderer Teilnehmer versuchte eine Scheindiskussion aufzubauen, auf die Frage ob man sich von Faschisten distanziere, kam jedoch nur der Hinweiß, dass “man sich das Links und Rechts ja nur aufzwingen lasse”, dadurch sollen wir von unserem “wahren” Feind abgelenkt werden. Wer denn dieser Feind sei konnte der junge Mann auch sofort beantworten, dass Finanzkapital. Auf die Frage, wer denn hinter dem Finanzkapital stecke, wollte er dann nicht mehr so leicht antworten.

Fakt ist, dass die Teilnehmer zwei Dinge bestätigt haben, sie distanzieren sich nicht von Faschisten und hinter den leeren Phrasen vom Finanzkapital steckt ein dumpfer Antisemitismus. Das aggressive Auftreten gegen kritische Menschen erinnert zudem stark an Sekten wie Scientology.

Weiter glorifizierte der junge Mann auch Jürgen Elsässer, er war förmlich pikiert, dass wir diesen als neurechten Verschwörungstheoretiker bezeichneten. Doch wer ist Jürgen Elsässer? Früher einmal aktiv im Kommunistischen Bund (KB) entwickelte er sich Stück für Stück nach Rechts. Sowohl in seiner “Volksinitiative gegen das Finanzkapital” als auch in seiner Zeitschrift “Compact” finden wir eine Vermischung von Esoterik und neurechtem Gedankengut. Man muss auch nicht lange suchen, um bei dem Sarrazin-Freund Elsässer eindeutige Schlagworte zu finden. So sagte er 2006 “Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden.” und 2010 verteidigte er den Rassisten Sarrazin mit den Worten “Den Multikulti-Strategen um Wulff sei gesagt: Die Identität Deutschlands wurzelt in der ‚deutschen Leitkultur‘. Diese wird geprägt durch die großen Strömungen des Christentums im Land. […] Jüdische und islamische Einflüsse gab und gibt es zwar. Sie als gleichberechtigt daneben stellen zu wollen, ist aber in der Sache unsinnig und in der Intention zerstörerisch für die deutsche Nationalkultur.” Was hier zu hören ist, ist blanker Rassismus der auf den Ideen der Blut und Boden Theorie fußt. Kein Wunder das Faschisten der NPD, der Partei Die Rechte und auch die rassistische Alternative für Deutschland (AfD) auf den Zug aufspringen und dazu aufrufen, sich an den “Friedensdemos” zu beteiligen. Erst vor kurzem besuchte Elsässer eine Veranstaltung der AfD in Dahlem. Bei dieser Veranstaltung beantwortet er die Frage, ob er die Anti-Homosexuellen-Gesetze in Russland gut fände mit “ja”.

Der Vordenker der Friedensdemos ist somit ein Rassist und Homophob! Was darf man also von den “Friedensfreunden” erwarten? Zum Einen, dass es sich tatsächlich um Verschwörungstheoretiker handelt, die sich nach Rechts öffnen, um eine gemeinsame Querfront gegen das “jüdische” Finanzkapital zu schmieden. Dies zeigen auch die Onlineseiten der “Friedensfreunde”. Besucht man z.B. die Seite “Finde die Wahrheit – was wissen wir wirklich”, dann finden wir Beiträge zu Illuminati, Geheimen Wissen, Ausserirdischen etc. Allein beim Anblick der Seiten kommen einem ernsthafte Zweifel an den neuen Kämpfern für den Frieden auf. Zum Anderen, finden wir auf den Demonstrationen Menschen, die ehrlich etwas gegen Krieg und für den Frieden in der Welt machen wollen, die jedoch von den neurechten Esoterikern instrumentalisiert werden.

Für uns als SDAJ Aachen steht fest, dass mit solchen sektenartigen Gruppen keine gemeinsame Friedensarbeit stattfinden darf. Wer hinter hochtönenden Phrasen Rassismus und Antisemitismus verdeckt ist absolut und unzweifelhaft Untragbar!

Wir raten auch, sich das Interview mit Jutta Ditfurth anzuschauen. Die Soziologin und politische Aktivistin macht sehr deutlich, mit welcher Spreu wir es hier zu tun haben!

Erfolgreicher Protest gegen faschistischen Fackelmarsch

Am 29. März kamen erneut die Faschisten nach Aachen. Es sollte ganz offensichtlich eine Ersatzveranstaltung sein für die seit 2008 stattfindenden Aufmärsche im benachbarten Stolberg. Dort wurde der Aufmarsch 2013 verboten, weil die Partei Die Rechte nicht fähig war einen Prozess richtig zu führen. Damit gab es 2013 seit fünf Jahren keinen Aufmarsch der Faschisten in Stolberg, diese Niederlage scheint Stolberg die Attraktivität gestohlen zu haben und so zog man 2014 nach Aachen, um dort einen Fackelmarsch zu veranstalten der ohne jeden Zweifel an die Aufmärsche der SA und SS erinnerte. Damit dieser Aufmarsch auch stattfinden kann, wurden über 1000 Polizisten eingesetzt. Die halbe Stadt glich einem Sperrbezirk im Krieg.

Dabei ist es sehr merkwürdig, dass linke Demonstrationen nicht so geschützt werden. Schließlich wurden in Aachen zweimal Demonstrationen von Faschisten angegriffen, mit dem Ziel andere Menschen zu verletzten. Erst im November 2013 hatten Faschisten eine Demonstration angegriffen, doch anstatt in Gewahrsam genommen zu werden, konnten sie ungehindert in direkter Nähe der anderen Demonstration eine Kundgebung anmelden. Warum werden also die Faschisten geschützt und andere Demonstrationen nicht? Weil angeblich linke “Chaoten” den Aufmarsch der Faschisten mit Gewalt verhindern wollen? Diese Propaganda, die besonders gerne vom Polizeipräsidenten verbreitet wird, wurde Lügen gestraft an diesem Samstag. Denn kurz vor dem Start der Nazidemonstration konnten einige Nazigegner die Strecke der Faschisten blockieren. Diese kleine Blockade schaffte es den Aufmarsch um satte 45 Minuten zu verzögern. Die Polizei schien hilflos zu sein und versuchte die Faschisten an der Blockade vorbei zu schleusen, doch die Nazigegner zeigten sich entschlossen und stellten sich erneut den Faschisten in den Weg. Dabei blieben alle Demonstranten friedlich und sie ließen sich auch nicht von den provozierenden Nazis zu Gewaltaktionen hinreißen. Dieses zwar entschlossene aber immer friedliche Verhalten strafte alle Lügen, die seit langem versuchen antifaschistischen Protest zu kriminalisieren.

Auf der weiteren Route konnten die Nazis geschützt von der Polizei ihren Hass verbreiten, unter Parolen wie “Aachen erwache” (Dieser Spruch knüpft an die Parole der NSDAP an “Deutschland erwache”. Damit machen die Faschisten deutlich in welcher Tradition sie aufmarschieren, dennoch gibt es kein Verbot für dieses NSDAP-Nachfolger) oder “alles für Volk, Rasse und Nation” (Auch dieser Spruch macht deutlich, dass die Faschisten immer noch an der Blut und Boden Theorie der NSDAP festhalten. Jene Theorie die Tausende in den Tod gestürzt hat. Auch dies wird nicht verboten) konnten sie ungestört gegen Migranten und alles was sonst nicht in ihr Weltbild passt hetzen. Am Marschiertor ermöglichte man den Faschisten dann jenes Ambiente, welches alle NS-Phantasien befriedigen dürfte. Wenn die Faschisten diesen Aufmarsch als Erfolg werten, dann ist dies auch die Schuld derer, die ihnen eine solche Selbstdarstellung ermöglicht haben.

Trotz eines überdimensionalen Polizeiaufgebotes gelang es aber auch am Marschiertor einigen Mitgliedern von SDAJ, DKP und AFAB lautstark die gespenstische Kundgebung der Faschisten zu stören. Die anwesenden Bürger unterstützten dabei die Antifaschisten bei ihren Rufen gegen die Faschisten. Als diese dann endlich abgezogen waren blieb zwar der Erfolg den Aufmarsch gestört zu haben und den Faschisten an allen möglichen Stellen gezeigt zu haben, dass sie nicht in Aachen Willkommen sind, aber es bleibt auch die Tatsache, dass ohne Polizei, es keinen NS-Fackelmarsch in Aachen gegeben hätte. Dabei geht es nicht darum unangenehme Meinungen nicht zu zulassen, sondern darum, dass Faschismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen und es wird Zeit, dass dies endlich gesellschaftlich umgesetzt wird. Der erste Schritt wäre ein Verbot aller faschistischen Organisationen und Parteien.

Es bleibt, dass Antifaschisten erfolgreich den Aufmarsch gestört haben und wenn die Faschisten wiederkommen, dann werden wir wieder Wege finden ihnen zu zeigen, dass wir sie nicht in Aachen, Stolberg oder sonst noch wo haben wollen.

AFD Stammtisch jetzt in Burtscheid?

Am gestrigen Abend (29.01.14) veranstaltete die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AFD) eine Kundgebung vor dem Einhard-Gymnasium in Aachen. Sie wollten dort ursprünglich ihren „Stammtisch“ veranstalten, bei dem sie über Lokalpolitik diskutieren wollten, doch „stellte die Stadt Aachen ihnen den Stuhl vor die Türe“ und versagte ihnen die Räumlichkeiten.
Schon im Vorfeld wurde die AFD von anderen Gastronomiebesitzern vor die Tür gesetzt.
Nach der Kundgebung, welche sowohl von AFDlern als auch AntifaschistInnen reich besucht war, wollte die AFD ihren „Stammtisch“ in der Burtscheider Kneipe „Kapellchen“ durchführen. In dieser Kneipe treffen sich seit mehreren Jahren Antifaschistische Gruppen und linke Parteien, so war ein regelmäßiges Treffen des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen (AFAB) an diesem Abend geplant.
Während einige Mitglieder des AFAB´s vor dem Kapellchen warteten, kamen Mitglieder der AFD und betraten die Kneipe. Daraufhin wurde der Wirt durch das AFAB darüber in Kenntnis gesetzt, dass diese Leute der AFD angehörten. Der Wirt erklärte, er würde diese nicht hinauswerfen, wenn sie sich ordentlich benähmen. In der Zwischenzeit sammelten sich mehrere AntifaschistInnen vor der Kneipe und warteten auf die Reaktion des Wirtes, zudem traf auch die Polizei ein und redete ebenfalls mit dem Wirt.
Trotz mehrmaligen Aufforderungen durch die antifaschistischen Stammgäste des „Kappellchen“s, dass der Wirt von seinem Hausrecht Gebrauch machen solle und den Rechtspopulisten das Verweilen in der Kneipe verweigern solle, ließ dieser den Antifaschistinnen über die Polizei mitteilen, dass er nicht möchte, dass sie die Kneipe betreten solange die Mitglieder der AFD sich dort befänden.
Dies ist ein herber Rückschlag für das „Kappellchen“ und dessen Wirt, da auf Grund seines Verhaltens zwei Gruppen ihre schon eingetragenen Sitzungstermine noch vor Ort strichen.
Es stellt sich die Frage, weshalb der Wirt nach Aufklärung über die Gesinnung seiner „Gäste“ nicht dem Beispiel der Stadt und den anderen Gastronomen gefolgt ist, welche der AFD ihre Räumlichkeiten versagten?